15. Deutscher Jugendhilfetag in Berlin

Liebe Mitglieder!

Wieder einmal haben wir Positives vom Runden Tisch zu berichten und zwar unsere gemeinsame Teilnahme am

15. Deutschen Jugendhilfetag vom 3. – 6. Juni 2014 in Berlin!

Seit Monaten liefen die Vorbereitungen: Tausend Fragen: Klärung der Zuständigkeiten – Kontaktaufnahme zum Veranstalter – Größenbestimmung des Standes – Festlegung der personellen Beteiligung – Vorbereitung und Erstellung von Werbematerial, Flyer, Plakaten – Kosten sparen! – Im Ergebnis: Tausend Antworten!

Nach den ersten Grobplanungen beim Treffen des Runden Tisches in Frankfurt wurden die folgenden Einzelheiten alle per Telefonkonferenzen besprochen. Nachdem am Montag, 02.06.2014, die Aufbauarbeiten begannen, brauchte am Dienstag nur noch das Werbematerial einsortiert werden. In den Hallen des Messegeländes präsentierten sich 370 Anbieter und Träger der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe.

Der 15. DJHT 2014 wurde am Dienstag, 03.06.2014,  um 12.45 Uhr mit einer Ansprache unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck eröffnet.

Gleichzeitig kamen schon die ersten Besucher an unseren Stand, um sich über unsere Arbeit zu informieren. Da sich viele vom Runden Tisch für die Standbesetzung eingetragen hatten, konnte immer ein Teil von uns einen Rundgang durch die Hallen machen. Wir haben uns bei den anderen Ausstellern über ihre Angebote informiert, konnten uns dabei vorstellen und über unsere Arbeit berichten.

Wir hatten z. B. ein Gespräch mit einem Gründungsmitglied des „Pflegeelternrat Hamburg“. Dieser wurde unter dem Dach des Verbandes „Freunde der Kinder“, Hamburg, in 2013 gegründet. Der „Pflegeelternrat Hamburg“ vertritt die Interessen der Pflegefamilien in und um Hamburg gegenüber Politik, Fachbehörden, Allgemeinen Sozialen Diensten, Pflegekinderdiensten und Vormündern mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Kinder in Pflegefamilien nachhaltig zu verbessern und das Bild der Pflegeeltern in der Öffentlichkeit positiv zu verändern.

Weiter hatten wir ein Gespräch mit Ralph Gehrke, Mitglied im Aktivverbund Berlin e. V.. Ralph Gehrke ist Lehrer a. D. und hatte u. a. zwei schwer traumatisierte Pflegekinder. Aufgrund seiner Erfahrung besonders im Hinblick auf die Probleme der Pflegekinder in der Schule konnte er uns wichtige Informationen zu unserem LV-Pfad-Nds.-Projekt „Pflegekinder und Schule“ geben. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf sein Buch „Ab jetzt vertrau ich niemandem“ hinweisen. Das Projektthema „Pflegekinder und Schule“ ist bei uns zurzeit durch einen Antrag eines unserer Mitglieder zur JHV sehr präsent. Wir werden nun diesen neuen Kontakt weiter pflegen und nutzen!

Auch die Angebote betreutes Wohnen für Jugendliche in schwierigen Lebenslagen waren vertreten, wobei uns die Darstellung von der Hofgemeinschaft Falkenhorst „Christiani e. V.“ besonders gefallen hat Weiterhin wurden Freizeitfahrten für besondere Gruppen, z. B. traumatisierte Kinder, Kinder in Pflegefamilien usw. dargestellt.

„Aktion Mensch“ informierte u. a., wie man Fördergeld für Projekte beantragen kann. Das heißt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, werden z. B. Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe finanziell unterstützt. Wir werden uns eingehender informieren und berichten.

Vor Allem haben wir die Gelegenheit genutzt, Gespräche mit den Mitarbeitern der ausstellenden Jugendämter zu führen. Zum Teil waren sogar die Jugendamtsleiter selbst vor Ort. Wir haben über das Bestreben des Runden Tisches informiert. Gleichzeitig haben wir aber auch unser Projekt vom LV-Pfad-Nds. „Ausbildung Krisenhelfer/in – Beistand“ dargestellt. Mit Interesse wurde wahrgenommen, dass der Beistand sachlich neutral lösungsorientiert arbeitet und das Miteinander aller Parteien fördert.

Am Mittwoch, 04.06.2014, von 14.30 Uhr – 15.30 Uhr hatte der Runde Tisch in der  Halle 1.1 Raum Hamburg sein Forum zum Thema „Pflegefamilie wohin gehst du“. Jeder Bundesverband konnte hier sein vorbereitetes Referat vorgetragen. Danach konnten die Zuhörer Fragen stellen. Das Forum war sehr gut besucht. Viele Fragen wurden beantwortet. Die vorgegebene Zeit war leider viel zu schnell vorbei. Das enorme Interesse hat uns beeindruckt.

Am Donnerstag, 05.06.2014, wurde um 14 Uhr die Fachmesse mit einer Ansprache der  Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, zum Thema „Jung sein in Deutschland – Aufwachsen in Europa“ beendet.

Die Mitglieder vom Runden Tisch hatten sich abgestimmt, so dass die Besucher an unserem Stand jederzeit gut informiert werden konnten. Unsere Hintergrundinformationen über das Leid und den Werdegang mancher Pflegekinder haben viele sehr betroffen gemacht. Vielfach herrscht immer noch die Meinung vor: Kinder in guten Pflegefamilien führen ein ganz normales Leben! Jeder von euch Pflegeeltern hätte dort in Berlin den Besuchern darüber Auskunft geben können, was es heißt, mit den Pflegekindern ihre Misshandlungen und die Vernachlässigungen in den Herkunftsfamilien aufzuarbeiten, und dass es oft nicht reicht, so sehr ihr euch auch bemüht und den Kindern all eure Liebe gebt!

Die Mitglieder des Runden Tisches sind auf dieser Fachmesse zu der Erkenntnis gekommen, dass es sinnvoll gewesen wäre, wenn sich möglichst alle Aussteller rund um das Pflegekinderwesen und bzgl. Kinder in Not ortsnah aufgestellt hätten. Es soll versucht werden, bei der nächsten Fachmesse in drei Jahren alle Aussteller in einer Halle zu vereinen. Das bedeutet für uns, in dieser Zeit den Kontakt zu den Ausstellern zu suchen.

Es zeigt sich, dass die Institutionen voneinander wissen, miteinander reden und sich miteinander für Adoptions- und Pflegekinder und Kinder in Not einsetzen müssen. Je größer der Kreis ist, desto mehr Gehör finden wir. Auch auf Bundesebene!

Wir vom Runden Tisch haben viele positive Eindrück mitgenommen und festgestellt, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat.

Weitere Informationen vom Runden Tisch, eine Presseerklärung sowie die Referate der einzelnen Verbände erhalten Sie unter: http://moses-online.us2.list-manage.com/track/click?u=70dea51afef34c7ef5de40268&id=14f11288ff&e=f55f364fc6

 

Für den Vorstand

Gerda Wallaart

 

11. Juni 2014