Städte suchen dringend Pflegeeltern

Städte suchen dringend Pflegeeltern

Es fehlen besonders Pflegefamilien für ältere Kinder. Babys und Säuglinge sind naturgemäß besser unterzubringen, aber auch hier gibt es zum Teil Engpässe.

Die Ämter starten immer wieder Aufrufe in den örtlichen Tageszeitungen oder andere Werbekampagnen.

Die Städte in Niedersachsen suchen händeringend nach Pflegeeltern – sei es durch Buswerbung, Plakate, Handzettel oder das Internet. Denn der Bedarf an Pflegeeltern hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Die Zahl der Inobhutnahmen steigt an.

Nicht zuletzt habe die Zunahme von psychischen Erkrankungen und Armutsfolgen sowie die Überforderung von Eltern den Bedarf an Pflegefamilien kontinuierlich steigen lassen, sagte die Sprecherin der Stadt Hannover. „Hannover sucht z. B. ständig Vollzeitpflegeeltern, die Kinder befristet oder auf Dauer aufnehmen.“

Auch Osnabrück suche regelmäßig Eltern für die Aufnahme von Pflegekindern, sagt ein Mitarbeiter vom städtischen Adoptions- und Pflegekinderdienst. „Für ganz kleine Kinder, für einen gesunden Säugling, da haben wir immer genug Pflegeeltern, aber für ältere Kinder oder für Kinder mit besonderem Pflegebedarf oder Auffälligkeiten suchen wir ständig geeignete Familien. Man muss ein Herz für Kinder haben und sich auf die Lebenssituation mit Kindern, die häufig Schlimmes erlebt haben, einstellen können.“

Im Landkreis Aurich – und nicht nur dort – steige der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder ebenfalls, sagte der stellvertretende Leiter des Jugendamtes. Gleichzeitig gehe die Bereitschaft, ein Pflegekind aufzunehmen, zurück.

Wir haben nie genug Pflegeeltern“, sagte die Sprecherin von „Pflegekinder in Bremen“ (PiB), Eva Rhode.

Der Pflegekinderdienst der Stadt Braunschweig veranstaltet mehrmals im Jahr  Informationswochenenden mit Bewerbern. Bislang sei dies die erfolgreichste Art der Pflegeelternwerbung.
Die Adoptions- und Pflegekinderdienste gehen zum Teil unterschiedliche Wege in der Vorbereitung der Bewerber, deren Ziel immer eine gute Aufklärung ist, damit Pflegeverhältnisse gelingen können.